Cantharidenpflaster

Das Cantharidenpflaster und seine Wirkung

Ein Cantharidenpflaster ist ein fertig präpariertes Pflaster, das mit einer Salbe aus dem getrockneten und gemahlenen Spanischen Käfer  (auch als „Spanische Fliege“ bekannt) bestrichen ist. Dieser Käfer produziert den Stoff Cantharidin, was ein starkes Reizgift ist, das je nach Dosierung als Gift, Aphrodisiakum oder eben auch für naturheilkundliche Behandlungen genutzt wird. 

Cantharidenpflaster werden seit dem Mittelalter als ein ausleitendes Verfahren eingesetzt, denn sie wirken durchblutungsfördernd und beschleunigen den Lymphstrom.

Die Wirkung des Cantharidenpflasters ist erstaunlich. Als eine Form der Reizkörpertherapie zur ständigen Ausleitung von Stoffwechselresten ist sie sehr vielversprechend, was die Behandlungserfolge von schwierigeren Fällen gerade im Bereich der Gelenke angeht. Ebenfalls lassen sich Erfolge bei der Behandlung alter Vernarbungen erzielen, aber auch die krampflösenden und schmerzlindernden Effekte der Cantharidenpflaster-Therapie machen sie interessant.

 

Die Behandlung

Das Pflaster hat eine Größe von in der Regel 5×5 cm und wird direkt auf oder neben die erkrankte Stelle am Körper aufgebracht. Dort bleibt das Cantharidenpflaster für die nächsten 12 – 24 Stunden und wird anschließend vorsichtig abgenommen. Darunter hat sich durch das Entstehen eines hautentzündlichen Prozesses, der durch die Reizung der Salbe hervorgerufen wurde,  eine grosse mit Lymphflüssigkeit gefüllte Blase gebildet. Diese Gewebeflüssigkeit soll nun alle unguten Stoffe (“Schlacken”) hinaustransportiert haben, weshalb das Verfahren auch als “weißer Aderlass” bezeichnet wird.
Je länger das Pflaster auf der Stelle verbleibt und die Flüssigkeitsansammlung stärker wird, desto besser ist die Heilwirkung. Vorsichtig kann nun diese Flüssigkeit mit einer Spritze aufgezogen werden und zur Steigerung des Abwehrsystems dem Patienten wieder injiziert werden. Sehr bedeutsam ist die nachfolgende sorgfältige Wundversorgung, denn es kann noch tagelang Flüssigkeit austreten.

Zu beachten ist, dass aufgrund von leichter Narbenbildung, die in der Regel nach einer Weile verschwindet, sich aus ästhetischen Gründen nicht alle Körperstellen für diese Behandlungsart eignen.

 

Mögliche Indikationen:

  • Arthritis sowie Arthrose
  • Asthma bronchiale
  • Bluthochdruck
  • chronische Ekzeme
  • Depressionen
  • Gelenkschmerzen
  • Gicht
  • Gürtelrose
  • Ischialgien
  • Migräne
  • Nervenentzündungen
  • Ohrgeräusche
  • Schwellungen und Prellungen
  • Schwindel